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Wo einst Kurierpferde weideten

Im Jahr 1993 brachten Erdarbeiten für den Bau der heutigen Grundschule Dürerring am Fredenberg einen archäologischen Schatz ans Tageslicht.

Auf einer Fläche von über 30.000 Quadratmetern rekonstruierten die Archäologen während einer dreijährigen Ausgrabung eine mittelalterliche Siedlung, die viele ungeklärte Fragen aufwarf: Welche Bedeutung hatten die zwölf gut erhaltenen, recht gleichmäßig über das gesamte Gelände verteilten Brunnen auf dem Gelände? Welche Geschichte verbirgt sich hinter den zahlreichen Pferdeknochen und Sporen, die geborgen werden konnten?

Zwischenzeitlich ist sich die Forschung sicher, dass sich die Siedlung von einem kleinen Weiler über einen Herrenhof zu einer mittelalterlichen Relaisstation entwickelt hat. Hier konnten die Kuriere ihre ermüdeten Pferde gegen frische austauschen, was es ihnen ermöglichte, weite Strecken innerhalb recht kurzer Zeit zurückzulegen. Dieser Ausgrabungsbefund ist, wie der Bezirksarchäologe Dr. Michael Geschwinde betont, in Deutschland einzigartig.

Bereits kurz nach dem Ende der Ausgrabungen, konnten die Wissenschaftler erste Forschungsergebnisse präsentieren. Damals übernahm die Braunschweigische Landschaft im Rahmen des Projektes "archäologische Hinweistafeln" ihrer Arbeitsgruppe "Heimatpflege" die Finanzierung einer Informationstafel, die über die ersten Ergebnisse am Fundort informierte. Nach Abschluss der Ausgrabungen wurde der Ort vollständig überbaut. Das Schild steht an der Grundschule Dürerring.

Aufgrund der neuesten Erkenntnisse wurde die Tafel jetzt erneuert. Die Braunschweigische Landschaft hat die Kosten dazu übernommen. Die überarbeitete Hinweistafel wurde in Anwesenheit von Harald Schraepler (Sprecher der AG Heimatpflege der Braunschweigischen Landschaft) und Dr. Michael Geschwinde (Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege)vorgestellt.

Donnerstag, 14.09.2017


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