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Wenn ich groß bin

Im Rahmen der Reihe "Kein Sonntag wie jeder andere" wird am Sonntag, 11. März, um 15 Uhr, in der Kniestedter Kirche das Theaterstück "Wenn ich groß bin, werde ich Seehund" aufgeführt.

Das Stück frei nach dem Bilderbuch von Nikolaus Heidelbach ist für Kinder ab 4 Jahre geeignet.

Die Handlung:

Obwohl Mama nie ins Wasser geht, weiß sie, was es unter Wasser alles gibt: Neunaugen, Hofdugongs, Tintenprinzen, Meertrolle und Heringskönige. Und Seehunde, die an Land gehen, ihr Fell abstreifen und Menschen werden.

Das Fell hüten sie wie einen Schatz, damit sie wieder zurück ins Meer können, wenn sie genug Mensch gewesen sind. Als das Mädchen plötzlich ein Seehundfell unter dem Sofa entdeckt, glaubt sie, sein Papa ist ein Seehund. Doch eines Morgens ist Mama weg ...

Das Theaterstück lebt von seinen Bildern der Über- und Unterwasserwelten und seiner oft nur leise angedeuteten Geschichte. Die Wirklichkeit wird immer wieder fantastisch durchbrochen und bekommt dadurch etwas magisch und vielschichtiges.

Der Autor greift in die Zauberwelt der irischen und schottischen Mythen, in denen Frauen eigentlich Seehunde sind. Die Mutter ist weg. Ein kleiner Moment von Trauer, der Vater nimmt sein Kind liebevoll in die Arme, ganz fest. Er wird Vater und Mutter in einer Person. Und das Kind beweist eine große Portion Zuversicht und liebevoller Sehnsucht: "Wenn ich groß bin, werde ich Seehund".

Christiane Ahlhelm vom Theater Kunstdünger spielt alleine. Das Kind, den Seemann, die Mutter. Sie ist eine Perfektionistin. Muss sie auch sein. Wer drei Charaktere spielt und mit minimalen Utensilien von der einen Gedankenwelt in eine andere wechselt, kann nichts, aber auch gar nichts, dem lässigen Zufall überlassen. Dabei wirkt ihr Spiel so leicht, so spielerisch, so verführerisch für Auge, Ohr und Fantasie.

Sie hält die Spannung durch clownesk überspitzte Geste und Mimik, durch das Hin und Her zwischen leisem und tem-peramentvollem Spiel. Jeder Handgriff im Umgang mit den Utensilien sitzt und gerade deshalb erspielt sie eine Welt, die wir Zuschauer sofort verstehen: Der rote Ball - das Kind, die Schürze - die Mutter, die Seemannskappe - der Vater. 

Und der Riesenkrake inmitten der Bühne. Das schlafende überdimensionale Stofftier mit seinen langen Tentakeln und dem kleinen Haus auf seinem Rücken - mal hebt der Krake sich und lässt das Kind unter sich von der Welt über Wasser in die Welt unter Wasser gleiten. In die Welt der Neunaugen, Tintenprinzen, Meertrolle und Heringskönige. In eine Welt, die die sanftmütige Mutter abends in Versen erzählt - die sie so genau kennt, obwohl sie niemals ins Wasser geht. Mal schmiegt sich das Kind in die Arme der Krake und wickelt sich ein wie in eine Bettdecke. Mal sind die Tentakel das Wohnzimmersofa, dann wieder Riesenkrakenarme.

Der Krake hat nichts Bedrohliches. Obwohl er die Hälfte der Bühne ausfüllt. Er erscheint so still und zart. So groß und doch so unauffällig, dass die kleinen Stofffischchen, die zu Beginn der Vorführung auf den Schuhspitzen der Schauspielerin balancieren, ganz und gar die Aufmerksamkeit des Zuschauerraumes auf sich ziehen. Und die hauchzarten Quallen, unsichtbar aufgefädelt und aufgezogen in die Höhe.

Natürlich, jetzt sind wir unter Wasser. Und dann der Vater, ein echtes Nordlicht, ein rauhbeiniger, lebenslustiger Seemann mit Leib und Seele, ein Fischer mit Kutter und Netz - sein Leintuch-Segel flattert im Wind des großen Ventilators. Natürlich, wir fühlen den Sturm und riechen die Meeresluft.

Und dann das Kind, das jeden Tag ins Wasser taucht, sich fischartig bewegt, obwohl es nie schwimmen gelernt hat - zwischen all den Fischen, die an Schnüren von Christiane Ahlhelm durch die Luft gezogen werden. Natürlich, wir tauchen mit, hören das Gurgeln des Wassers, sehen das Schimmern der blau-grünen Lichtreflexe, die die Sonne weit über uns ins Wasser malt. Natürlich…

Der Zuschauer geht mit dem Kind auf eine Entdeckungsreise. Wer verbirgt sich hinter dem Fell? Der Vater? Die Mutter? Doch dann verschwindet die Mutter. Mit ihr das Fell. Sie kommt nicht mehr wieder. Sie verlässt die Familie. Das Kind ruft sie. Kein Widerhall. Aber mehrmals in der Woche liegen zwei Makrelen am Strand, ganz nah beim Haus, wo Kind und Vater weiterleben.

Eintrittspreis:

Tageskasse: 4,50 Euro

Vorverkauf
In den Bürgercentern Salzgitter-Bad und Lebenstedt und bei Young Ticket Event
Kartenvorbestellung/Infos unter 0171 / 8622976
oder antje.fischerstadt.salzgitterde

Dienstag, 06.03.2018