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Bürger/innen für Bebauung im Ortskern

Die Bürger/innen hatten viele Anregungen für die Gestaltung des Stadtteils im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzeptes Gitter gegeben. Jetzt wurde die überarbeitete Version vorgestellt.

Im Februar hatte die erste Bürgerinformation zum integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Gitter stattgefunden. Damals hatten die in der Christuskirche versammelten Bürger/innen viele Anregungen für die Gestaltung des Stadtteils gegeben.

Das mit der Konzepterarbeitung beauftragte Braunschweiger Architekturbüro Grundmann und die Mitarbeiter/innen der Verwaltung hatten die Ideen der Gitteraner/innen aus der ersten Informationsveranstaltung und den Gesprächsrunden mit den Akteuren der Dorfgemeinschaft in das Entwicklungskonzept einfließen lassen und stellten den Bürger/innen das Ergebnis jetzt in der Christuskirche vor.

Stadtrat Michael Tacke machte deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger zusammen mit der Verwaltung und dem begleitenden Büro mit diesem Konzept den politischen Gremien eine Empfehlung geben. Die Beschlusskompetenz liege beim Rat. Nach Beschluss des Konzeptes müsse für die Umsetzung jeder einzelnen Maßnahme ein gesonderter Beschluss erfolgen.

Bei der Bürgerinformation im Februar hatten sich viele Einwohner/innen dafür ausgesprochen, die aus ihrer Sicht strenge bestehende Gestaltungssatzung aufzuheben, die keine Bebauung im Ortskern und restriktive Vorschriften in der Gestaltung der Gebäude beinhaltet. Das überarbeitete Konzept sieht für diesen Bereich eine Aufhebung der Gestaltungssatzung und der Bebauungspläne vor. Damit wäre eine weitere Innenentwicklung möglich.

Einige Teilnehmer/innen äußerten die Befürchtung, dass der Ortskern so seinen historischen Charakter verlieren könnte. Darum soll es für den Ortskern eine Erhaltungssatzung geben, die sich in zwei Zonen gliedert und den historischen Ortskern im Bestand sichert.

Dierk Grundmann, Inhaber des Architekturbüros, schlug zusätzlich vor, dass die Bürger/innen als Gemeinschaft gemeinsam beschließen könnten, wie eine solche zukünftige Bebauung aussehen könne, um den derzeitigen Charakter zu erhalten und möglichste eine zu starke Verdichtung zu vermeiden. Hier biete sich die Erstellung einer Gestaltungsfibel an, die als Empfehlung Gestaltungsbeispiele beschreibt.

Auch die Neugestaltung der Gestaltungssatzung mit weniger restriktiven Vorgaben wurde kontrovers diskutiert.

Zusätzlich zum Dorfkern wurden die Grundstücke außerhalb des Innenbereichs auf ihre Eignung als Baugrundstücke bewertet. Norbert Thiele, Mitarbeiter des Büros, stellte diesen Punkt vor. Die Potentiale wurden nach dem Ampelsystem in drei Kategorien aufgeteilt (grün - geeignet, gelb - bedingt geeignet, rot - nicht geeignet). Besonders bei zwei Flächen im Süden Gitters habe sich gezeigt, dass sie für die Bebauung ungeeignet seien, da über sie der Anflug der Segelflugzeuge auf das Segelfluggelände "Am Schäferstuhl" erfolge. Für die Grundstücke, die direkt an der B6 liegen, müssen aktuelle Lärmgutachten erstellt werden, um eine Bebauung zu bewerten.

Auf den Hinweis aus der Bürgerschaft auf die häufigen Geschwindigkeitsübertretung vieler Autofahrer/innen auf den Straßen "Am Ritterhof" und "Zum Schäferstuhl" verwies die Verwaltung auf die Gestaltungsvorschläge zum Umbau der Straße "Am Ritterhof" sowie die Möglichkeit, in Absprache mit der Verkehrswacht und dem Fachdienst Ordnung ein mobiles Geschwindigkeitsmesspaneel anzubringen.

Weitere Punkte waren die Aufwertungen des Platzes vor der Christuskirche und des Platzes an der Feuerwache als Veranstaltungsort, aber auch die Idee einer Mehrfachnutzung des Bolzplatzes. Der Vorschlag, den in die Jahre gekommenen Spielplatz zu modernisieren und vielleicht zu einem Mehrgenerationen-Platz als Treffpunkt für Jung und Alt aufzuwerten, fand breite Zustimmung bei den Zuhörer/innen.

Auch über die viel befahrene Ortsdurchfahrt wurde diskutiert. Tacke machte deutlich, dass die Mittel für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt "Am Ritterhof/Alte Salzstraße" für 2021 im städtischen Haushalt eingestellt sind und die Ideen aus dem Stadtteilentwicklungskonzept bei der Planung berücksichtigt werden sollen. 2021 bis 2023 würde jedoch die Straßenbauverwaltung des Landes die Sanierung der B6 unter Vollsperrung planen. Die Planungen müssen aufeinander abgestimmt werden.
Der Stadtbaurat hatte zusätzlich noch eine gute Nachricht: Der Rat hat den Grundsatzbeschluss gefasst, ab 2021 keine Ausbaubeiträge mehr von den Anliegern zu erheben. Allerdings müsste noch die Satzung formell per Ratsbeschluss aufgehoben werden.

Die Präsentationsunterlagen zum zweiten Bürgerinformationstermin in Gitter sind über den Link unten auf dieser Seite abrufbar. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 05341 / 839-3533.

Freitag, 23.08.2019